connexx.av Newsletter #26 vom 2.6.2003

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connexx.av Newsletter #26 vom 2.6.2003
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Inhalt:
1) Sonderthema: Transfergesellschaften
2) MA-Parties in Berlin, Hamburg, Hannover, Koeln, Muenchen
3) "Wem gehoert die Zeit?" - Grosse Umfrage zur Arbeitszeit gestartet
4) Kurz berichtet: Infobrunch fuer MediengestalterInnen zum Thema
Existenzgruendung
5) Mediengestalter - Berufsbild und Profil
6) Recht
7) Betriebsratseminare fuer Medienschaffende
- Mobbing - Psychoterror am Arbeitsplatz
- Arbeitszeitgestaltung und Arbeitsorganisation
8) Weitere Veranstaltungen:
- Vertragsgestaltung Film
- connexx.av bei Bildungsmesse "Generation M" in Koeln
- Schoenreden oder Schlechtschreiben?
- 5. Tage der Typografie - Eine Welt gestalten
9) Newsletter abbestellen
10) Impressum

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1) Sonderinfo Transfergesellschaften
Statt Arbeitslosigkeit: Sanfter Jobwechsel mit Transfergesellschaften?
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Transfergesellschaften (auch: Beschaeftigungsgesellschaften), Transferagenturen und Auffanggesellschaften: mit diesen Begriffen koennen viele Betriebsraete und Arbeitgeber noch nicht viel anfangen.

Transfergesellschaften sollen die Beschaeftigten von krisengeschuettelten Unternehmen vor der drohenden Arbeitslosigkeit bewahren - ihre Hauptaufgabe ist es, die Beschaeftigten auf eine neue Arbeitsstelle zu vermitteln. Zu diesem Zweck uebernimmt die Transfergesellschaft fuer maximal zwei Jahre die Arbeitgeberrolle. Grundlage dafuer ist immer ein Sozialplan - oder eine aehnliche Regelung -, welche die betriebliche Arbeitnehmervertretung aushandelt. Beschaeftigte in Betrieben ohne Betriebsrat sind also von vornherein von diesen kollektiven Regelungen ausgeschlossen. Die Mitarbeiter gehen formal in strukturelle Kurzarbeit, erhalten also Kurzarbeitergeld und werden bei der Gesellschaft zeitlich befristet angestellt. Das alte Arbeitsverhaeltnis wir somit beendet. Vorrangiges Ziel ist es, fuer die Beschaeftigten so schnell wie moeglich einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Die Angebote der verschiedenen Traegergesellschaften sind dabei recht unterschiedlich. Sie bieten bei Bedarf Bewerbungs- und Motivationstraining an, der Einzelne wird auf seine Staerken und Schwaechen analysiert und mit gezielter Fortbildung auf den Arbeitsmarkt vorbereitet. Im Idealfall liefert der Anbieter offene Stellenangebote, erarbeitet mit den Betroffenen Bewerbungen und begleitet sie sogar zum Bewerbungsgespraech. Praktika, Probearbeitsverhaeltnisse und Coachings gehoeren ebenfalls zum Kanon.

Diese Eingliederungsmassnahme wird von den Landesarbeitsaemtern gefoerdert. Grundlage ist dafuer 254 SGB III. Damit die benoetigten Mittel vom Landesarbeitsamt auch zur Verfuegung gestellt werden koennen, sollte die Behoerde im Lauf der Sozialplanverhandlungen fruehzeitig in die Planung einbezogen werden. Das Arbeitsamt finanziert nicht die komplette Massnahme, der Arbeitgeber muss sich ebenfalls an den Kosten fuer die Transfergesellschaft beteiligen. Um die Gesellschaft gruenden zu koennen, muss die Mehrzahl der Arbeitnehmer zustimmen. Denn der Eintritt in die Transfergesellschaft ist freiwillig - der alte Arbeitsvertrag muss aufgeloest werden und die Betroffenen verzichten auf Abfindung, die es sonst beim Ausspruch von Kuendigungen gaebe. Deshalb lohnt sich Gruendung der Transfergesellschaft erst, wenn ein hoher Prozentsatz der Arbeitnehmer bereit ist, diesen Schritt zu gehen.

Die Foerderungsmoeglichkeiten gelten auch fuer die Transferagentur. Im Gegensatz zur Transfergesellschaft uebernimmt diese aber keine Arbeitgeberrolle fuer die Betroffenen. Sie arbeitet zeitlich befristet als Dienstleister im Betrieb und kuemmert sich um die Mitarbeiter, die von betriebsbedingten Kuendigungen betroffen sind. Vom Unternehmen freigestellt, koennen die Beschaeftigten in ihrer taeglichen Arbeitszeit die Beratungs-, Qualifizierungs- und Vermittlungsangebote der Agentur nutzen. Bewerber- und Motivationstraining gehoeren ebenso zum Leistungskatalog, wie Existenzgruenderberatung und Unterstuetzung bei der Arbeitsplatzsuche.

Die Auffanggesellschaft aehnelt der Transfergesellschaft. Sie setzt sich in der Regel aus mehreren Gesellschaftern zusammen, die den bisherigen Betrieb gemeinsam weiterfuehren. Sowohl waehrend eines laufenden Insolvenzverfahrens als auch bei geplanten Betriebsstilllegungen ist ihre Gruendung moeglich. In vielen Faellen handelt es sich dann um einen Betriebsuebergang in die Auffanggesellschaft ( 613 a BGB). Haeufig kommt es auf diesem Wege zu groesseren Rationalisierungsmassnahmen, bestimmte Betriebsteile des Unternehmens gehen nicht in die Auffanggesellschaft ueber. Oft sind Auffanggesellschaften dazu da, vor allem aeltere Arbeitnehmer bis zum Renteneintritt zu "parken". Diese erhalten deshalb in der Regel keine Weiterqualifizierung fuer den Arbeitsmarkt mehr.

In folgenden Faellen sind Transfergesellschaften und -agenturen rechtlich moeglich und sinnvoll:

A) Einzelne Beschaeftigte oder kleinere Gruppen sollen entlassen werden. Neben der Foerderung von Trainingsmassnahmen fuer die Betroffenen und Lohnkostenzuschuessen vom Arbeitsamt fuer den Arbeitgeber, liegen bei kleineren Unternehmen moeglicherweise die Voraussetzungen fuer Transferagenturen und Transfergesellschaft vor. Dies ist im Einzelfall zu pruefen.

B) Es stehen Entlassungen aufgrund von Betriebsaenderungen oder anzeigepflichtige Massenentlassungen ( 17 KSchG) bevor. Die Arbeitsplaetze sind verloren, die MitarbeiterInnen koennen nicht auf anderen Arbeitsstellen weiterbeschaeftigt werden, die Rueckkehr in den Betrieb ist unwahrscheinlich. Alle Entlassenen sollen so schnell wie moeglich wieder vermittelt werden. Sind dazu neue oder erweiterte Qualifikationen notwendig, erhalten die Betroffenen geeignete Fortbildungsmassnahmen. Transfergesellschaft bzw. Transferagentur sind dazu die geeigneten Instrumente.

C) Der Betrieb ist insolvent, die Arbeitsplaetze gehen verloren, weil das Unternehmen aufgeloest wird. Hier kann die Transfergesellschaft dabei helfen, die Bedingungen fuer einen Betriebsuebergang nach 613a BGB so zu gestalten, dass Nachfolgeunternehmen Interesse an der Uebernahme der insolventen Betriebe entwickeln. Das heisst, dass das Personal in eine Transfergesellschaft ueberfuehrt wird und der Investor ein Unternehmen ohne die Verpflichtungen fuer das Personal uebernehmen kann. Hier gilt die Hoffnung, dass das Nachfolgeunternehmen Beschaeftigte aus der Transfergesellschaft wieder neu einstellt.

Fuer Transfergesellschaften und -agenturen gibt es verschiedene private Anbieter, die sich auf dieses Geschaeft spezialisiert haben. Sie helfen bei der Gruendung und begleiten als Traeger die Arbeitnehmer im gesamten Betreuungszeitraum. Die einzelnen Gesellschaften arbeiten sehr unterschiedlich, auch in dem was sie anbieten und leisten. Bei Sozialplanverhandlungen sollte dies beruecksichtigt werden und von den in Frage kommenden Firmen auf jeden Fall detaillierte Angebote eingeholt werden. connexx.av beraet fuer diesen Fall die Betriebsraete auch im Vorfeld und vermittelt Ansprechpartner.

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Ein Beispiel aus der Praxis: Energis-Ision

Irgendwann war die Insolvenz bei Energis-Ision nicht abzuwenden - rund 450 Mitarbeiter hatten mit einem Male die Arbeitslosigkeit vor Augen. Die Betriebsschliessung drohte, neue Investoren wollten nur Teile des Betriebs uebernehmen - am liebsten ohne die Beschaeftigten.

Statt nun die Mitarbeiter mit einem Schlag zu entlassen, wurde hier eine andere Loesung gefunden. Der Betriebrat setzte sich mit dem Insolvenzverwalter, einem Vertreter von connexx.av und dem Landesarbeitsamt Hamburg zusammen. Das Ziel: die Gruendung einer Transfergesellschaft fuer die Belegschaft. Der Insolvenzverwalter wie auch das Arbeitsamt stimmten auf Basis eines Interessenausgleichs zu und die Massnahmen konnte starten.
Gerhard Pfeiffer, ehemaliger Betriebsratsvorsitzender, ist heute noch von der Transfergesellschaft Net - kurz TGNet mbH - begeistert. "Das war eine richtig gute Sache", denn so Pfeiffer, da habe man von der Traegergesellschaft eine Menge Unterstuetzung bekommen. Die "Agentur fuer Struktur- und Personalentwicklung" (AgS)gruendet mit Mitteln der Insolvenzverwaltung die TGNet als GmbH, die 450 Beschaeftigten wurden faktisch in die TGNet ueberfuehrt. Ohne ihre Mitarbeiter war es dem Verwalter moeglich, die Insolvenzmasse in der Folge in einzelnen Stuecken zu verkaufen und die ehemaligen Angestellten waren finanziell aufgefangen. Sie erhielten Kurzarbeitergeld, das der Insolvenzverwalter noch auf 70 bis 80 Prozent des frueheren Bruttogehalts aufstockte. Dazu kamen die Qualifizierungs- und Beratungsmassnahmen fuer die Beschaeftigten, die sich auf andere Stellen vorbereiten und bewerben konnten, ohne nominell arbeitslos zu sein.

Ein Jahr Laufzeit wurde fuer die TGNet verhandelt - acht Monate hatte jeder Beschaeftigte Anspruch auf Anstellung in der Transfergesellschaft. Etwa 100 Mitarbeiter kamen bisher bei Nachfolgebetrieben von Energis-Ision unter, weitere 200 fanden anderswo Arbeit. Viele nutzten die Sicherheit der TG Net, sich die neue Arbeitsstelle erst einmal anzusehen. Denn solange die acht Monate nicht abgelaufen waren, hat jeder Beschaeftigte Anspruch auf Rueckkehr in die Transfergesellschaft. Rund 150 Mitarbeiter wurden bisher nicht vermittelt, andere nutzten die Angebote und Beratung der TG Net - Betriebsrat Gerhard Pfeiffer machte sich mit dem vermittelten Know How und der Unterstuetzung der Transfergesellschaft mit der eigenen Firma selbstaendig.

Links und Informationen zu Transfergesellschaften

Ein ver.di-Lehrbeispiel fuer Umstrukturierung mit Hilfe von Transfergesellschaften: http://www.verdi.de/0x0ac80f2b_0x0001f142
Dokumente und Details zum Thema: http://www.gib-nrw.de/wandel/beschaeftigtentransfer.html
Eine politische Einschaetzung zur Zukunft von Beschaeftigungsgesellschaften: http://www.igmetall.de/themen/zukunft/werkstatt/tagung_bildung/thesen_bildungundbeschaeftigung.html


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2) MA-Parties in Berlin, Hamburg, Hannover, Koeln, Muenchen
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Erstmals an fuenf Orten praesentiert connexx.av: Radio United - die ultimative MA-Party. Zur Bekanntgabe der Media-Analyse fuer den Privaten Rundfunk veranstaltet connexx.av seine MA-Partie diesmal gleich an fuenf Medienstandorten.

Anteile gewonnen oder Anteile verloren. Ergebnis wie erwartet - oder wieder auf dem Weg nach oben? Wie auch immer die Media-Analyse 2003 ausfaellt: Wir feiern zusammen!
Beschaeftigte, Freie und Freunde aus den privaten und oeffentlichrechtlichen Rundfunksendern und alle anderen Medienschaffenden der Branche sind herzlich eingeladen zu den MA-Parties.

Die Termine stehen bereits fest, ueber Veranstaltungsort und Programm informieren wir in den naechsten Wochen auf unserer Webseite und per Sondernewsletter.

Termine:
Berlin, Hannover und Muenchen: 24.Juli
Hamburg: 25.Juli
Koeln: 8.August

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3) "Wem gehoert die Zeit?" - Grosse Umfrage zur Arbeitszeit gestartet
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Arbeitszeit wird immer mehr zur Verfuegungsmasse. Die Wochen- und Lebensarbeitszeit sollen wieder verlaengert werden. Gleichzeitig wird immer mehr Flexibilisierung gefordert, planbare und verlaessliche Arbeitszeitregelungen immer mehr ausgehebelt - auf Kosten von Familie und Freizeit. Fuer die Beschaeftigten aus den Medienbranchen ist das leider schon ein altbekanntes Problem. Mittlerweile aber weitet sich diese Entwicklung auf nahezu alle Berufsbranchen aus.

Deshalb startet jetzt mit einer Umfrageaktion eine neue arbeitspolitische Initiative von ver.di. Beschaeftigte - egal ob Gewerkschaftsmitglied oder nicht - werden gebeten, sich an der grossen Umfrage zum Thema Arbeitszeit im Internet zu beteiligen. Auf Basis der erlangten Daten wird ver.di dann Positionen und Forderungen erarbeiten und in die oeffentliche Diskussion tragen. Das Ergebnis der lang angelegten Onlineumfrage wird im Herbst erwartet. Die Initiative selbst traegt den Titel "Nimm dir die Zeit!" und beginnt mit einer Auftaktkonferenz am 25. Juni in Berlin.

"Wem gehoert die Zeit?" - Die Arbeitszeitumfrage im Internet: http://www.verdi-arbeitszeitumfrage.de/
"Nimm dir die Zeit!" - die ver.di-Initiative: http://www.verdi.de/nimm-dir-die-zeit/

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4) Kurz berichtet: Infobrunch fuer MediengestalterInnen zum Thema Existenzgruendung
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Selbststaendigkeit wagen, oder nicht?

Rund 80 MediengestalterInnen der Ausbildungsrichtungen Bild/Ton und Digital/Print informierten sich beim sonntaeglichen Megafruehstueck am 25. Mai zum Thema Selbststaendigkeit. Michael Jacobsen connexx.av-Projektmanager hatte ins Koelner Cafe im Bauturm eingeladen.

Beim ausgiebigen Brunch knuepften die Teilnehmer Kontakte - fuer viele der Azubis die Gelegenheit sich ueber Beruf und Perspektiven auszutauschen. Die meisten der MediengestalterInnen stehen kurz vor dem Ende der Ausbildung und wollten wissen: Wie sieht es denn bei dir im Betrieb aus? Wirst du uebernommen? Was machst du danach? Weshalb ueberlegst du, ob du dich selbststaendig machst?

Im benachbarten Bauturm Theater gab es anschliessend die Infos zur beruflichen Zukunft. Die Referenten Peter Reichard und Ulli Schauen sind beide seit Jahren freie Mediengestalter. Sie machten klar: Selbstaendigkeit ist keine Alternative zur Arbeitslosigkeit, sondern eine bewusste und durchkalkulierte Entscheidung. Und sie schilderten Beispiele, wie sie ihre Selbstaendigkeit gestalten.

Auf Teilnehmerfragen gingen die Referenten ein - Hinweise auf das Handbuch "Ratgeber Freie" von Goetz Buchholz und die Freienberatung bei ver.di . mediafon.net ergaenzten die Infos. Dieter Seifert, ver.di-Medienfachmann, lieferte mit seinem Co-Referat eine realistische Einschaetzung fuer Existenzgruender: 80 Prozent muessen wieder aufgeben, eine guten Vorab-Konzeption senkt die Pleitequote schon auf 50 Prozent. Seiffert wies auf die verschiedenen Foerdermoeglichkeiten fuer Gruender hin. connexx.av und ver.di sind fuer die notwendigen Gutachten als sachkundigen Stelle anerkannt, fuer Mitglieder ist die Stellungnahme kostenlos.

Zur Vorstellung kam auch E-Lancer-Projekt und dessen Ergebnisse einer Umfrage zur Selbstaendigkeit. Und Rainer Marquardt, WDR-Personalrat, erklaerte die Einsatzbereiche von fuer Mediengestalter im Sender und gab Tipps zur Auftragsakquise. Fazit: eine Veranstaltung mit Runduminformation und vielen Insidertipps zu den beruflichen Moeglichkeiten von Mediengestaltern. Weitere Infobrunchs sind geplant. Wer Fragen zur Veranstaltung und Terminen hat, oder Themenwuensche anbringen moechte, wende sich direkt an Michael Jacobsen.
Tel: 0221- 510 97-10
e-mail: Michael.Jacobsen@connexx-av.de

Der ausfuehrliche Bericht mit Bildern: http://www.connexx-av.de/meldung_volltext.php3?akt=aktuelles_koeln&id=3ed740b2b991f
Das E-Lancer-Projekt im Internet: http://www.e-lancer-nrw.de
mediafon.net- Die Freienberatung von ver.di: http://www.mediafon.net
Infos zum "Ratgeber Freie": http://www.connexx-av.de/meldung_volltext.php3?id=3cf489f0a2233&akt=service_publikationen

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5) Mediengestalter - Berufsbild und Profil
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Kritik hat es an unserem vorherigem Newsletter #25 vom 10.April gegeben. Dort berichteten wir ueber die Abschlussveranstaltung zum Projekt Mediengestalter 2000 plus. Tatsaechlich ging es um Mediengestalter fuer Digital- und Printmedien, nicht wie in der Ueberschrift zu lesen war, um den Mediengestalter Bild-Ton. Wir schuetteln den Kopf ueber uns, kratzen uns verlegen an demselbigen und geloben Besserung. Nun haben wir diesen Irrtum aber nicht fuer uns gepachtet. Wie man uns freundlicherweise mitteilte, verwechselt der Bundesdeutsche gerne mal die beiden Ausbildungsrichtungen. Grund genug, unser Wissen kundzutun und die Berufsprofile nochmals aufzulisten.

* Mediengestalter Digital/Print

Den "Mediengestalter fuer Digital- und Printmedien" gibt es seit 1998. Er loest die "alten" Berufe der Druckindustrie ab. Das neue Berufsbild vereinigt die Ausbildungsinhalte fuer Schriftsetzer, Reprohersteller, Reprograf sowie Werbe- und Medienvorlagenhersteller. Gleichzeitig wurde die Qualifikation auf die Neuen Medien und die Gestaltung und Herstellung von Online-Medien erweitert. Das Ausbildungsprofil ist auf die Druck-, Verlags-, Werbe- und Multimediawirtschaft ausgerichtet. Der "Mediengestalter 2000 plus" war die bundesweite Fortsetzung des regionalen Projektes "Qualifizierungsoffensive Mediengestalter fuer Digital- und Printmedien". Dieses Projekt begleitete und unterstuetzte von 1998 bis 2000 die ersten Azubis und deren Ausbildungsunternehmen in der Region Koeln.

Ausfuehrliche Beschreibung des Berufsbildes Mediengestalter Print/Digital: http://www.aim-mia.de/article.php?sid=241


* Mediengestalter Bild/Ton

Den "Mediengestalter Bild und Ton" dagegen existiert als Grundlagenberuf der audiovisuellen Medienwirtschaft in dieser Form seit 1996. Er gilt als "Nischenberuf", weil die ausbildende Branche relativ klein ist und somit nur wenige Lehrstellen bietet. Ausbildungsbetriebe sind Sendeanstalten, Film- und TV-Produktionen, Tonstudios, Studiobetreiber und technische Dienstleister. Bundesweit stiegen hier die Ausbildungszahlen von 206 (1996) auf zuletzt 731 Azubis (2001). Spaetere Zahlen liegen noch nicht vor. Im Vergleich: 2001 unterzeichneten 5.354 Frauen und Maenne den Ausbildungsvertrag zum Mediengestalter fuer Digital- und Printmedien.

Ausfuehrliche Beschreibung des Berufsbildes Mediengestalter Bild/Ton:
http://www.aim-mia.de/article.php?sid=353

Die Lern- und Infoplattform fuer Mediengestalter Print+Digital: http://www.mediengestalter2000plus.de/

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6) Recht
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Urheberrecht auch ohne schriftlichen Vertrag?

Wer publizistisch und kuenstlerisch freiberuflich arbeitet, verkauft den Auftraggebern regelmaessig Nutzungsrechte an seinen Produkten. Oftmals geschieht das ohne jegliche schriftliche Vereinbarung. Wenn dann vorher nicht einmal mit dem Verwerter ueber die beabsichtigte Nutzung gesprochen wurde, gibt es spaeter oft Aerger. Ist nichts speziell vereinbart, gilt auf jeden Fall das Urheberrechts- und Verlagsgesetz das etliche grundsaetzliche Dinge regelt. Goetz Buchholz ("Ratgeber Freie") beschreibt fuer mediafon.net die wichtigsten Regelungen und was Urheber zu beachten haben.

Der Artikel von Goetz Buchholz: http://www.mediafon.net/seite.php3?name=Recht+%26+Steuern@Recht_ohne_Vertrag
Das Urhebergesetz zum Nachlesen: http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/urhg/index.html
Urheberrecht bei connexx.av: http://www.connexx-av.de/wissen_urheberrecht.php3

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7) Betriebsratseminare fuer Medienschaffende
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a) Seminar fuer Betriebsraete: Arbeitszeitgestaltung und Arbeitsorganisation
Zeit 25.06.2003 bis 27.06.2003
Ort: Hamburg, Junges Hotel
Seminarinhalte:

* Analyse betrieblicher Problemfelder im Zusammenhang mit der Arbeitszeit
* Arbeitszeitmodelle und ihre rechtlichen Rahmenbedingungen
* Arbeitsprozesse und Zeitsouveraenitaet
* Strategien fuer betriebliche Veraenderungsprozesse und deren Umsetzung

Seminarleitung: Olaf Hofmann Projektmanager connexx.av Hamburg
Referenten: Doris Schroeder/Dirk Mescher vom Projekt INA
Seminarnummer.: 355010
Seminarkosten: 410 Euro
Unterkunft: 340 Euro
Freistellung fuer Betriebsraete erfolgt nach 37 Abs. 6 BetrVG, die Kostenuebernahme durch den AG nach 40 BetrVG.

Die detaillierte Seminarausschreibung als PDF: http://www.connexx-av.de/upload/t3e00911e18052_verweis1.pdf
Information zu INA: http://www.tib-hamburg.de/projekte/inaindex.htm

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b) Seminar fuer Betriebsraete: Mobbing - Psychoterror am Arbeitsplatz
Zeit: 14.07.2003 bis 16.07.2003
Ort: Liebenwalde bei Berlin

Seminarinhalte:

* Unterschied zu "normalen" Konflikten
* Ursachen, Gruende und Formen
* Gibt es typische "Mobber" und Opfer?
* Schutz und Gestaltungsfunktion des Betriebsrates
* Rechtsprechung
* Elemente einer Betriebsvereinbarung

Seminarnummer.: 355011
Seminarleitung: Sandra Goldschmidt, Projektmanagerin connexx.av Muenchen
Referent: Rechtsanwaeltin Birgit Schlichting
Seminarkosten: 410 Euro
Unterkunft: 250 Euro
Freistellung fuer Betriebsraete erfolgt nach 37 Abs. 6 BetrVG, die Kostenuebernahme durch den AG nach 40 BetrVG.

Die detaillierte Seminarausschreibung als PDF: http://www.connexx-av.de/upload/t3e00935bc6a7c_verweis1.pdf


Weitere Seminare finden Sie auf der connexx.av-Webseite unter:
http://www.connexx-av.de/mitbestimmung_seminare.php3

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8) Weitere Veranstaltungen:
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Hamburg
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Infoveranstaltung: Vertragsgestaltung Film
Zeit: 10.06.2003, 19.00-21.00 Uhr
Ort: Hamburg, ver.di center, Besenbinderhof 58

Vertraege beim Film - Was ich schon immer wissen wollte zum Verfilmungsvertrag, Drehbuchvertrag, Filmmusikvertrag, Koproduktionsvertrag ...
Referent: Wolfgang Kreider, Jurist, ver.di Hamburg

Die Teilnahme ist kostenlos.
Bitte telefonisch anmelden unter: 040-2858406

Koeln
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connexx.av bei Bildungsmesse "Generation M" in Koeln
Zeit: 21.-25.Juni 2003
Ort: koelnmesse (Messegelaende)

Im Mittelpunkt der Bildungsmesse "Generation M" stehen Arbeiten und Lernen in der europaeischen Medienwirtschaft stehen im Mittelpunkt. connexx.av ebenfalls vor Ort: vom 21. bis 25. Juni 2003 steht Projektmanager Michael Jacobsen als Ansprechpartner zur Verfuegung.
Weitere Infos zur Medienmesse unter: http://www.generation-m.de/article.php?sid=718

Berlin
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"Schoenreden oder Schlechtschreiben?" - Diskussion zur Journalistenrolle
Ort: Berlin, Potsdamer Platz 10 - im Konferenzsaal der ver.di-Bundesverwaltung
Zeit: 4. Juni 2003, 18:00 - 21:00 Uhr

Rolle und Verantwortung von Journalistinnen und Journalisten im sozialpolitischen Zeitgeschehen.
Es diskutieren:
* Prof. Ivan Nagel, Kulturwissenschaftler, Einfuehrung in das Thema: "Falschwoerterbuch der Sozialreformen"
* Antje Sirleschtov, Redakteurin beim Tagesspiegel
* Eckart Spoo, Vorsitzender der dju von 1970 bis 1986, Mitherausgeber der Zeitschrift Ossietzky
* Dr. Bernhard Seidel, Deutsches Institut fuer Wirtschaftsforschung, Volkswirt und u.a. Lektor der DIW-Wochenberichte

Moderation: Alfred Eichhorn, InfoRadio Berlin/Brandenburg

Ein Imbiss wird vorbereitet. Die Anmeldung ist nicht zwingend erforderlich, wuerde Planung und Durchfuehrung der Veranstaltung sehr erleichtern.
Anmeldungen bitte an: ver.di Bundesverwaltung, Ressort 1, Politik und Planung
Fax: (030) 6956 3006 Email: thomas.raabe@verdi.de

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5. Tage der Typografie - Eine Welt gestalten
Zeit: 19.06.2003 bis 22.06.2003
Ort: Lage-Hoerste

MediendesignerInnen verpacken Botschaften von Krieg und Frieden, von Armut und Reichtum, Vorstellungen von Sicherheit und Glueck, Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Eine weltumspannende Medienkultur ist entstanden, die entscheidend dazu beitraegt, wie wir als Medienkonsumenten die Welt sehen. Mediendesign gestaltet unsere eine Welt, die wir haben. MediendesignerInnen haben dabei eine hohe Verantwortung.

An vier Tagen werden aktuelle Fragen der Typografie und ihrer gesellschaftspolitischen Wirkung diskutiert und in praktischen Uebungen behandelt.
Themen der Vortraege und Workshops

* Typografie im Zeitalter elektronischer Medien
* Spielen mit Schrift und Zeichen
* Buch-, Zeitschriften- und Plakatgestaltung, Screendesign
* die Situation von Mediengestaltern in Aus- und Weiterbildung

http://www.connexx-av.de/termin_volltext.php3?id=3ec4f3f00717a&akt=termine_weiterbildung
Information zur Veranstaltung: http://www.tagedertypografie.de/
Online-Anmeldung: http://www.imk.verdi.de/seminare_einzeln.php3?hauptkategorie=200&id=3de0c8d2445cd

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9) Newsletter abbestellen
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10) Impressum
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Dieser Newsletter wird von Wille Bartz fuer connexx.av, einem Projekt der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di fuer die Vertretung von Medienschaffenden im privaten Rundfunk, Film, AV-Produktion und Internet, in unregelmaessigen Abstaenden herausgegeben.
Bei Fragen, Anregungen oder Kritik erreichen Sie uns unter:
connexx.av
z.Hd. Wille Bartz
Rhonestrasse 2
60528 Frankfurt am Main
Tel. 069/66300641
Fax 069/66300659
E-Mail wille.bartz@connexx-av.de
Internet http://www.connexx-av.de

Redaktion dieses Newsletters:
Ralf Steinle (leipzig@connexx-av.de)


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